Meine Photoverwaltungs‑ und ‑bearbeitungsworkflows

Die nachfolgende Anleitung beschreibt meine Vorgehensweise zur Verwaltung und Nachbearbeitung meiner Photos mit Lightroom. Die Anleitung ist aktuell im Aufbau.

Die Beschreibung soll als Hilfestellung für den Umgang mit digitalen Photos dienen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit, sondern muss an eigene Ansprüche und Vorlieben angepasst werden.


Bilderverwaltung: Wie sortiere ich meine Aufnahmen?

Herr der Bilderflut - Lightroom oder eine andere Software

Datum anpassen, Autor und Copyright ergänzen und Dateien umbenennen

# Alles auf einmal ;-)
exiftool -v0 -P -overwrite_original -Exif:Software= -Exif:Artist="Andre Picard" \
-Exif:Copyright="Creative Commons Attribution-NonCommercial 3.0 Unported" -XMP-xmpRights:Marked=true \
-geotag ../2017-05-05.gpx "-geosync=+1:00:00" -if 'not $GPS:GPSVersionID' *
# Zeitstempel anpassen z.B. 5 Jahre, 10 Monate, 2 Tage und 3 Sekunden
exiftool -v0 -P -overwrite_original '-AllDates+=0:0:0 0:0:0' ./
exiftool -v0 -P -overwrite_original '-DateTimeOriginal>ModifyDate' ./
exiftool -v0 -P -overwrite_original '-DateTimeOriginal>FileModifyDate' ./
exiftool -v0 -P '-FileName<CreateDate' -d %Y-%m-%d_%H-%M-%S%%-c.%%e *
# Ersteller und Copyright hinzufügen
exiftool -v0 -P -overwrite_original ...
# Dateiendung großschreiben
for file in $(find ./2* -name "*.jpg" | sort); do echo "$file"; mv "$file" "${file/.jpg/.JPG}"; done;
# Datum mit Jhead
jhead -ft -autorot *.JPG

Aussortieren

Unscharfe Bilder aussortieren: Pick (P) und Reject (X) und Unpick (U), mit Caps-Lock-Taste.
1. Reject
2. Pick
3. Delete Rest.
Mehrfach-Bilder aussortieren.

Kennzeichnen

Bewertung: 1, 3, 5
5. TOP-Photos
3. Auswahl: max. 40 Photos pro Urlaub
1. Mehr Photos: max. 100
Keywords: keine Hierachie, Personen, aber Vorsicht Internet.
Farbe: nein.

Nachbearbeitung

Unterschiede RAW-JPG
Standard-Import Profil
Standard-Import Exif: Copyright

Export

Verwendung, Scan, Nachschärfen


Dateiformat: JPG oder RAW oder beides?

Meine Antwort: RAW und JPG.

Ich habe bewusst meine Kamera so eingestellt, dass ich beide Dateiformate aufnehme (JPG- sowie RAW-Format). Zur Weiterbearbeitung nutze ich ausschließlich das proprietäre RAW-Format, da es mir mehr Potential für die Nachbearbeitung bietet. Das verlustbehaftete JPG-Format nutze ich zum "schnellen" Angucken der Photos unterwegs. Meine Kamera speichert dabei die Bilder im JPG-Format mit maximaler Größe und Feinheit.

Langzeitarchivierung

Meine Bildverwaltungstools sind derzeit technisch in der Lage meine "alten" RAW-Dateien anzuzeigen. Zur Langzeit-Archivierung werde ich das RAW-Format weiterhin im Auge behalten müssen und - falls irgendwann der Support eingestellt wird - eine Konvertierung durchführen müssen.

“ Die Konvertierung in das DNG-Datenformat ist für mich (noch) keine Alternative. ”

Die Konvertierung in das JPG-, TIFF oder DNG-Format ist für mich aktuell noch keine Antwort:

  • JPG ist weit verbeitet, vielfach unterstützt, bietet vergleichsweise kleine Dateigrößen, ist aber durch Komprimierungsartefakte verlustbehaftet und unterstützt nur eine Farbtiefe von 8‑Bit.
  • TIF(F) ist weit verbreitet, kann verlustfrei Bildinformationen speichern, ist aber aufgrund unterschiedlicher Implementationen gerade für die Zukunft ambivalent unterstützt.
  • DNG ist ein von Adobe veröffentlichter Vorschlag für ein Rohdatenformat, der voraussichtlich noch lange unterstützt wird, aber nicht alle Bildinformationen des RAW-Format vollständig abdeckt.
  • RAW bietet als einziges derzeit die Möglichkeit alle Bild- und Kamerainformationen vollumfänglich abzubilden, ist aber ein proprietäres (nicht-offenes) Datenformat.

Datensicherung

Für die Datensicherung meiner Photos setze ich auf örtlich verteilte Datensicherungen. Die Produktivdaten liegen dabei auf meinen Homeserver auf zwei Festplatten, die als Software-Raid 1 "Mirroring - Spiegelung" zusammengeschlossen sind. Die Backupdaten sind auf externen Festplatten gespeichert, die nicht zu Hause verbleiben!

Die eigentliche Synchronisation zwischen dem Software-Raid und den externen Festplatten erfolgt unter Windows mittels den Programmen "cygwin" und "rsync" beziehungsweise unter Linux nur mit dem Programm "rsync". Die Synchronisation wird über die Software "rsync" mit folgenden Befehl angestoßen:

  • Synchronisationsbefehl:
    rsync -rltvPz --delete /pfad/zu/photos/ /pfad/zu/backup/
  • Linux-Ausführbare Datei "Sync.sh":
    #!/bin/bash
    export PATH=/usr/local/bin:/usr/bin:$PATH
    rsync -rltvPz --delete /pfad/zu/photos/ /pfad/zu/backup/
    read -rsp $'Press any key to continue...\n' -n 1 key
  • Windows-Batchdatei "Sync.bat":
    @ECHO OFF
    "C:\Program Files\cygwin64\bin\bash.exe" Sync.sh
“ Zum Schutz vor Brand- und Wasserschäden lagere ich eine externe Datensicherung auch außerhalb meines Hauses. ”

Für die Datensicherung meiner Lightroom-Datenbank und der Lightroom-Einstellungen habe ich in den Katalogeinstellungen mindestens die wöchentliche Sicherung sowie für RAW-Dateien das Abspeichern der Metadaten in zusätzliche XMP-Dateien aktiviert, so genannte Sidecar Files:

  • Bearbeiten > Katalogeinstellungen... > Allgemein > Sicherung
  • Bearbeiten > Katalogeinstellungen... > Metadaten > änderungen automatisch in XMP speichern
  • Bearbeiten > Katalogeinstellungen... > Metadaten > Entwicklungseinstellungen in Metadaten innerhalb von JPEG-, TIFF-, PNG- und PSD-Dateien nicht einschließen
  • Bearbeiten > Voreinstellungen... > Vorgaben > Vorgaben mit diesem Katalog speichern


Geotagging: Wo wurde das Photos aufgenommen?

Meine Antwort: GPS-Logger mit Fix alle 1.000ms und Aufzeichnung alle 20m sowie GPX-Export ohne Zeitzonenanpassung.

GPS-Logger

Meine Bilder werden - soweit möglich - mit Ortsangaben angereichert. Je nach eigenen Ansprüchen an die Genauigkeit sind auch größere Abstände möglich - für die spätere Auffindung und Zuordnung von Photos reicht die Ortsangabe in der Regel aus.

Ein GPS-Logger begleitet mich dazu auf meinen Touren, der alle 1.000ms die aktuelle Position über GPS-Koordinaten bestimmt und jedes Mal bei einem Abstand von 20m zum vorherigen Ort die Position speichert, der sogenannte GPS-Log. Mein GPS-Logger speichert für die einzelnen Positionen die Zeit (UTC-Zeit, Millisekunde) sowie die Position (Breitengrade, Längengrad, Höhe, Geschwindigkeit) ab.

Den GPS-Log, der im Gerät in einem binären Format gespeichert ist, wandle ich zu Hause in einen GPX-Track um. Welche Software und welcher GPS-Logger verwendet wird, ist dabei beliebig an die eigenen Wünschen anpassbar, solange als Ergebnis der Konvertierung das GPX-Datenformat exportiert wird. Dieses Format ist ein Textformat, dass mit handelsüblichen Texteditoren editiert werden kann - falls beispielsweise nachträglich einzelne GPS-Positionsdaten korrigiert oder der GPX-Track nach Tagen aufgeteilt werden soll.

“ Eine Anpassung der Zeitzone erfolgt nicht im GPX-Track, sondern nachträglich in der Bilderverwaltung! ”

Ich verwende als Software BT747 in Kombination mit einem entsprechend kompatiblen Gerät i-Blue 860E.

GPS-Import in Lightroom

In Lightroom (LR) wird dieser GPS-Track im Karten-Modul geladen. Da der GPX-Track im Zeitformat "UTC+0" exportiert worden ist, rechnet Lightroom automatisch den Zeitzonenversatz aus und zeigt diesen in der Karte an. Falls gewünscht, können die Photos automatisch mit den Ortsangaben versehen. Die Photos selbst sind mit der Zeitzone meines Reiseziels versehen:

  • Modul "Karte" > Symbol "GPS-Tracklog" unter der Karte > Tracklog laden...
  • Modul "Karte" > Symbol "GPS-Tracklog" unter der Karte > XX ausgewählte Fotos automatisch taggen
“ LR-Zeitzonenverschiebung = Zeitzone der Kamera - Zeitzone des Computers ”

So lange die Zeiteinstellungen der Kamera und des Computers identisch sind, funktioniert dieser Ansatz sehr gut. Wer allerdings unterschiedliche Zeitzonen verwendet beispielsweise bei Auslandsreisen, der muss den Zeitversatz händisch anpassen. Die nachfolgende Gleichung hilft:

  • Modul "Karte" > Symbol "GPS-Tracklog" unter der Karte > Zeitzonenverschiebung einstellen...
    Zeitzonenverschiebung = Zeitzone der Kamera - Zeitzone des Computers
  • Beispiel 1:
    UTC+0 im GPX-Track
    UTC+2 in der Zeitzone des Computer z.B. Berlin zur Sommerzeit
    UTC-4 in der Kamera z.B. Toronto in Kanada
    -6    als Ergebnis (UTC-4 - UTC+1 = -4 - 2 = -6)
  • Beispiel 2:
    UTC+0 im GPX-Track
    UTC+1 in der Zeitzone des Computer z.B. Berlin zur Winterzeit
    UTC-8 in der Kamera z.B. San Francisco in den USA
    -9    als Ergebnis (UTC-8 - UTC+1 = -8 - 1 = -9)
  • Beispiel 3:
    UTC+0 im GPX-Track
    UTC+1 in der Zeitzone des Computer z.B. Berlin zur Winterzeit
    UTC+7 in der Kamera z.B. Hanoi in Vietnam
    +6    als Ergebnis (UTC+7 - UTC+1 = +7 - 1 = +6)

Vorsicht: Lightroom rechnet zwar die Zeitzonenverschiebung um, zeigt diese jedoch nicht in der Voransicht des Tracks an! Dort wird immer die UTC+0-Zeit bezogen auf die aktuelle Zeitzone des Computers angezeigt - Winter- und Sommerzeit bedenken.

GPS-Import im Exiftool

Auch das Exiftool (Exif) erlaubt den Import von GPS-Tracks in viele Bildformate. Da der GPX-Track im Zeitformat "UTC+0" exportiert worden ist, muss der invertierte Zeitzonenversatz in Normalzeit (also ohne Sommerzeitverschiebung) mitangegeben werden. Die Photos selbst sind mit der Zeitzone meines Reiseziels versehen:

“ Exif-Zeitzonenverschiebung = -1 x Normal-Zeitzone des Computers (zur Winterzeit) ”
  • exiftool -v0 -P -overwrite_original -geotag <GPSLOG>.gpx "-geosync=-1:00:00" <Bilderauswahl*.JPG> für Berlin in Deutschland (Normalzeit ist UTC+1)
  • exiftool -v0 -P -overwrite_original -geotag <GPSLOG>.gpx "-geosync=+5:00:00" <Bilderauswahl*.JPG> für Toronto in Kanada (Normalzeit ist UTC-5)
  • exiftool -v0 -P -overwrite_original -geotag <GPSLOG>.gpx "-geosync=+8:00:00" <Bilderauswahl*.JPG> für San Francisco in den USA (Normalzeit ist UTC-8)
  • exiftool -v0 -P -overwrite_original -geotag <GPSLOG>.gpx "-geosync=-7:00:00" <Bilderauswahl*.JPG> für Hanoi in Vietnam (Normalzeit ist UTC+7)
  • exiftool -v0 -P -overwrite_original -geotag <GPSLOG>.gpx "-geosync=+0:00:00" -if 'not $GPS:GPSVersionID' <Bilderauswahl*.JPG> für Dublin in Irland (Normalzeit ist UTC+0) und nur für leere GPS

Für Photos, die z.B. zur Sommerzeit in Dublin aufgenommen worden sind, sind die Zeitstempel in Sommerzeit in den Photos gespeichert. Trotzdem wird als Exif-Zeitzonenverschiebung die Normalzeit (also Winterzeit) angenommen, d.h. kein Geosync erforderlich.


Mobiler Workflow: Auf die App gekommen?

Meine Antwort: Ich habe noch keine passende Lösung gefunden.

Für die mobile Verwaltung der Bilderflut besonders auf Reisen bieten sich mobile Anzeigeräte wie Smartphones oder Tablet an. Leider habe ich für mich noch keine App entdeckt, mit der ich den normalen Workflow unterstüzen oder ersetzen kann. Insbesondere fehlt mir die Möglichkeit Stichwörter zwischen Lightroom und den mobilen Anzeigegeräten auszutauschen. Nachfolgend die von mir eingesetzten Apps (ohne Anspruch Gewähr oder auf Vollständigkeit):

  • QuickPic-Galerie für Android - kostenloes Anzeige- und Bearbeitungsprogramm mit Untersützung von Ordnerstrukturen, aber keine Möglichkeiten zur Vergabe von Stichwörtern, zur Bewertung oder zum Filtern nach ausgewählten Selektionskriterien (von mir als Standard benutzt),
  • F-Stop Media Gallery für Android - kostenpflichtes Anzeigeprogramm mit der Unterstützung von Bewertungen und Stichwörtern über Sidecar Files, keine Filter- oder Synchronisationsfunktion mit Lightroom und
  • Adobe Photoshop Lightroom für Android - Anzeige- und Bearbeitungsprogramm mit der Unterstützung von Bewertungen und der Synchronisation mit Lightroom für PC (kostenpflichtig), aber keine Stichwort- oder Filterfunktionen.


Quellen

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